Potenziale für einen sächsisch-tschechischen BIO-Genusspfad: Erfolgreicher Austausch in Schmilka
Netzwerkveranstaltung in Schmilka bot Einblicke in das perfekte Zusammenspiel zwischen bio-regionaler Erzeugung, Gastronomie und Beherbergung sowie grenzüberschreitendem Tourismus
Mit großem Interesse verfolgten am 14. April tschechische und sächsische Erzeuger, Gastronomen und Vertreter von Tourismusbranche und Regionalmanagements die Ausführungen von Sven-Erik Hitzer, dem Initiator des BIO- und Nationalpark Refugiums in Schmilka. Der Veranstaltungsort zeigte wie kein anderes Beispiel, wie das Zusammenspiel zwischen bio-regionaler Erzeugung, Gastronomie und Beherbergung sowie grenzüberschreitendem Tourismus funktionieren kann. Das kleine Dorf Schmilka, mitten im Nationalpark Sächsische Schweiz an der Grenze zu Tschechien und direkt an der Elbe gelegen, wurde in den letzten 30 Jahren nach und nach zum Bio-Refugium entwickelt. Nachhaltigkeit, Regionalität und die Herstellung eigener Bio-Produkte werden hier in einem ganzheitlichen Konzept, welches eine Mühle, eine Bäckerei, eine Brauerei, ein Café mit Konditorei, drei Gaststätten, verschiedene Gästehäuser, ein Badehaus, einen Fahrrad- und Bootsverleih sowie einen Gemüse- und Kräutergarten umfasst, umgesetzt. Aus erster Hand erfuhren die Teilnehmer der Veranstaltung, welcher Anstrengungen es bedurfte, entlang der gesamten Wertschöpfungskette Produkte zu etablieren, die nach ökologischen Standards erzeugt werden.
Mit der Vorstellung des Landhotels und Bio-Bauernhofs „Jítravský Dvorec“ zeigte Kateřina Urbánková vom tschechischen Verband der BIO-Erzeuger (ProBIO) Best Practice-Beispiele aus Tschechien. André Meyer, Eigentümer der Beckenbergbaude in der Oberlausitz, berichtete von seinen Erfahrungen auf dem Weg zum 1. Bio-Berggasthof in Sachsen. Wie erfolgreiche Netzwerkarbeit in der Region geleistet wird, erläuterte Silke Gorny vom Verein Landschaf(f)t Zukunft. Dieser fördert in der Sächsischen Schweiz unter dem Regionalsiegel „Gutes von hier“ regionale Wertschöpfungsketten und zertifiziert regionale Produkte. Bei einer anschließenden Führung durch das Refugium in Schmilka konnten die Teilnehmer das zuvor beschriebene Konzept vor Ort in Augenschein nehmen und sich selbst von dessen Erfolg überzeugen. Sowohl die einzelnen Beiträge als auch die Führung lieferten allen Interessierten wichtige Informationen, wie ein grenzübergreifender Genusspfad konzeptioniert werden könnte und welche Vorteile er hätte.
Zum Abschluss der Veranstaltung wurden gemeinsam die Potenziale für einen grenzüberschreitenden (Bio)-Genusspfad erörtert. Das Fazit lautete, dass alle Beteiligten eine weitere Zusammenarbeit zur Initiierung eines Sächsisch-tschechischen (Bio)-Genusspfades unterstützen. In der Diskussion wurde deutlich, dass noch zahlreiche Fragen zu einer konkreten Umsetzung zu klären sind und es weiterer Partner bedarf. Dazu gehören vor allem Akteure der Tourismusbranche, welche einen nachhaltigen, grenzüberschreitenden Tourismus stärken wollen. Welche Schritte konkret folgen werden und wie eine Realisierung aussehen könnte, werden das Sächsische Landeskuratorium Ländlicher Raum e.V. gemeinsam mit seinem tschechischen Partner Pro-Bio in der Folge erarbeiten. Unterstützt wird das Vorhaben weiterhin sowohl durch das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft als auch durch das tschechische Landwirtschaftsministerium (MZE). Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit zum Ende der Veranstaltung, um sich mit erfolgreichen Akteuren der Branche auszutauschen, Ideen für Ihre eigenen Aktivitäten zu sammeln und sich zu vernetzen.
Hintergrund
Die Veranstaltung wurde im Rahmen der Projektinitiative „Sächsisch-tschechischer BIO-Genusspfad“ durch die Europäische Union aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung über das Kooperationsprogramm INTERREG Sachsen-Tschechien 2021-2027 kofinanziert und durch das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft sowie das Tschechische Landwirtschaftsministerium (MZE) unterstützt. Im Rahmen der Projektinitiative wird beabsichtigt, die Attraktivität der touristischen Angebote im Grenzraum durch eine Verknüpfung mit BIO-Angeboten und deren wirksame Vermarktung zu steigern. Durch die Projektpartner werden gemeinsame Lösungen gesucht, um eine grenzüberschreitende Vermarktung in Form eines „Genuss-Pfades“ zu ermöglichen.