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Bundestreffen der Deutschen Landsenioren in Kohren-Sahlis

Im Evangelischen Zentrum Ländlicher Raum Heimvolkshochschule Kohren-Sahlis in Sachsen führten die Deutschen Landesenioren vom 7. bis zum 8. Juni 2015 ihr 26. Bundestreffen durch.

Der Präsident der Deutschen Landsenioren, Dr. Bernd Unger, begrüßte die über 70 Teilnehmer aus ganz Deutschland mit der Feststellung, dass mit dieser zentralen Veranstaltung eine der wichtigsten sozialen Komponenten der Landseniorenarbeit praktiziert wird. Die ständig gepflegten Kontakte, Gespräche und Begegnungen sind ein wichtiger Bestandteil für die Selbstverwirklichung der Landsenioren, die somit ihr Leben verantwortungsbewusst mitgestalten.

In seinem Grußwort erklärte Torsten Krawczyk, Vizepräsident des Sächsischen Landesbauernverbandes e.V. (SLB), dass für ihn persönlich und für die Arbeit des SLB der Lebens- und Erfahrungsschatz der Landsenioren gewissermaßen die lebendigen Wurzeln der gegenwärtigen Bäuerinnen und Bauern (mit ihren unterschiedlichen Agrarstrukturen) sind. Ein gesunder Baum brauche die ständige Verbindung zu seinen Wurzeln. Diese untrennbare Verbundenheit sei nicht nur ein formales Lippenbekenntnis, sondern praktizierte Aufgabe. Dadurch kann der bäuerliche Berufsstand mit seiner zu leistenden Arbeit auf den Feldern, in den Ställen und gegenüber der Politik auf der Landes-, der Bundes- und der EU-Ebene profitieren.

Guido Steinke vom Bundesverband Verbraucher Initiative e.V. referierte zum Thema „Landsenioren in der Medienwelt“. In einer anschließenden lebendigen Diskussion gab er Empfehlungen und Orientierung für den Abbau von Berührungsängsten, gab Hinweise zur Anwendung und Nutzbarkeit durch die Landsenioren mit der Zielstellung der Erhaltung ihrer Selbstständigkeit. Es gab im Verlauf des Nachmittages überhaupt keinen Mangel an Wortmeldungen. Es gab Äußerungen, Anregungen und Hinweise zu den sich bietenden Möglichkeiten der sinnvollen Nutzung der IT-Technik, um die Arbeit der Landsenioren im ländlichen Raum noch lebendiger und aktiver zu gestalten. In der Diskussion wurde deutlich, dass sich der Einfluss der Medienwelt mit ihren jetzigen und künftigen Möglichkeiten unaufhaltsam weiter ausdehnen wird. Damit nimmt sie auch unweigerlich Einfluss auf alle Generationen unseres Landes. Nicht übersehen werden darf die Tatsache, dass es in der heutigen „Generation“ der Landsenioren gerade zu dieser Thematik sehr unterschiedliche Meinungen und Standpunkte bezüglich Sinn beziehungsweise Unsinn und der Nutzung einschließlich der Gefahren bei ihrer Anwendung gibt. Unstrittig ist, dass ein nicht geringer Teil der älteren Generation eine sehr effektive Nutzung dieser Medienwelt bereits zu einem festen Bestandteil der eigenen Arbeit gemacht hat. Aber es darf nicht übersehen werden, dass sich ein anderer Teil der Nutzung der IT-Technik verschließt, mit ihr nichts zu tun haben will, weil diese für sie noch etwas völlig fremdes, unbekanntes und damit nicht nutzbares Objekt sei. Daher wurde geschlussfolgert, dass es richtig und auch notwendig ist, die Landseniorenarbeit mit dieser Thematik inhaltlich zu bereichern, um sinnvolle Nutzungs- und Anwendungsmöglichkeiten in die alltägliche Landseniorenarbeit zu integrieren. Bei passenden Gelegenheiten, den Treffen und Begegnungen sollte der PC dabei sein, seine Nutzungsformen und Handhabungen vorgeführt werden, um so Berührungsängste zu überwinden. Auch hierbei gilt, dass die Wiederholung die Mutter der Weisheit ist und bleibt. Daher sollte der PC ein ständiger Begleiter bei den Seniorentreffen sein. Auch über die Beantragung und Durchführung dazu geeigneter Projekte kann und sollte nachgedacht werden. Vordergründig sei dabei auf praktische Anwendungsformen für den tatsächlichen Bedarf der älteren Generation orientiert werden. Im Vordergrund muss dabei die Nutzung als Kommunikationsinstrument stehen und nicht die als Beschäftigungsobjekt mit sich selbst und „meinem“ PC, denn auch das birgt Gefahren einer Vereinsamung.

Reinhardt Winkler, Präsident des Sächsischen Landseniorenverbandes e.V., hatte in seinem Willkommensgruß mit der Erläuterung des Tagesprogrammes zugleich empfohlen, sich nach der anspruchsvollen Themenbewältigung am Abend in der nahegelegen Kirche eine Erholungspause zu gönnen. Ein Orgelkonzert mit einer kleinen Abendandacht wurde dafür organisiert. Diese Einladung fand viel Zustimmung und wurde ebenso dankbar angenommen wie die am Folgetag organisierte Rundfahrt in ein aktives Tagebaugebiet im Raum Borna/Leipzig. Auf einer Flächenausdehnung von mehr als 200 Hektar konnte die Entnahme des Abraumes, dessen Verbringung, die aktive Kohleförderung und die Kohlenutzung im Kraftwerk besichtigt werden. Dem schloss sich eine Rundfahrt in die renaturierten Tagebaugebiete an. Es war für alle Teilnehmer beeindruckend, die neugestaltete Leipziger Seenlandschaft mit den einzigartigen Besonderheiten, wie der umgesetzten Emmauskirche von Heuersdorf, der schwimmenden Kirche Vineta, dem geschaffenen Wildwasserkanal oder die völlig neu gestalteten Urlauberangbote hautnah zu erleben.

Für die Teilnehmer aus den anderen Bundesländern und aus Sachsen war der Tagungsort im wahrsten Sinn des Wortes ein „Kleinod“ im Kohrener Land, mit seiner wohltuenden häuslichen Atmosphäre, der von den Gastgebern praktizierten Um- und Versorgung aller Teilnehmer. Das Lob und die Anerkennung gelten den Mitarbeitern der Heimvolkshochschule und deren Studienleiter Dr. Dirk Martin Mütze. Ein aufrichtiges und sehr herzliches Dankeschön von allen Teilnehmern geht an die Sächsischen Landsenioren sowie an das Sächsische Landeskuratorium Ländlicher Raum e.V. (SLK), welche die Organisation unterstützt haben. 

Günter Mielke
Vizepräsident des Sächsischen Landseniorenverbandes e.V.

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