AKZEPTIEREN... ANPASSEN... GESTALTEN...


Ausgangssituation
Die Ergebnisse des Modell-vorhabens des SMI in der Planungsregion Oberlausitz-Niederschlesien zeigen einen Bevölkerungsrückgang seit 1990 von gut 13 %, bis 2020 besagt die Prognose einen Rückgang um weitere 18 % in der betreffenden Region. Auch die 4. Regionalisierte Bevöl-kerungsprognose zeigt kein grundlegendes neues Bild. Für den Landkreis Kamenz beträgt die Prognose für 2020 -6,1 %, für den Landkreis Bautzen -8,9% und für Hoyerswerda -28,2 %. Der Anteil älterer Men-schen nimmt deutlich zu. Durch Abwanderung fehlen jetzt schon und zukünftig verstärkt die wirt-schaftlich aktiven Gruppen. Der höhere Anteil abgewanderter junger Frauen verstärkt das Geburten-defizit. Die Anzahl der Mehrgenerationenfamilien nimmt ab und die familiären Netzwerke dünnen aus. Das erfordert neue Solidaritätsformen, um die Lebensqualität im ländlichen Raum zu erhalten. Grundsätzlich ist das Bewußtsein für die tiefgreifenden Veränderungen und die Folgen des demogra-phischen Wandels auf kommunaler Ebene noch zu wenig ausgeprägt.
Bedarf des Projektes
In Expertenberichten und Studien zum demographischen Wandel werden Maßnahmen für eine ganzheitliche und nachhaltige Entwicklung befürwortet. Diese wirken sich nicht nur auf die Abmilderung der arbeitsplatzbedingten Abwanderung vor allem junger Menschen aus, sondern leisten auch einen Beitrag für die Landeskultur und die Lebensqualität der Sachsen insgesamt. Insbesondere wird ein Mangel an vernetzten Planungen, die gemeinwesenorientiert auf die sozialen und helfenden Beziehungen im täglichen Lebensumfeld ausgerichtet sind, konstatiert. Die Intensität der Schrumpfung ist regional unterschiedlich. Der Umgang mit dem demographischen Wandel und seinen Auswirkungen ist somit eine gesellschaftliche Aufgabe lokaler Akteure. Damit Lösungsansätze zur Gestaltung des demographischen Wandels mit den Akteuren vor Ort gefunden werden, müssen sich die Untersuchungen zu gesellschaftlichen Veränderungen auf überschaubare Regionen beziehen. Die zu entwickelnden Strategien und Szenarien müssen differenziert und an die örtlichen Bedingungen angepasst werden können. Zur Förderung von Teilhabechancen aller Generationen sollen insbesondere im ländlichen Raum Angebote und Dienstleistungen in allen Aufgabenbereichen in zumutbarer Entfernung erreichbar sein. Unter Einbeziehung und Entwicklung vorhandener Strukturen ist deshalb eine Bündelung, Vernetzung und Koordination bedarfsgerechter Angebote von professionellen Dienstleistern, familiären und ehrenamtlichen Helfern notwendig.
Ziel des Projektes
Mit dem Projekt sollen die konzeptionellen Voraussetzungen für die Etablierung einer Koordinations- und Kontaktstelle als Anlaufstelle für demographische Fragen in der betreffenden Region geschaffen werden. Ziel ist es gleichzeitig, ein zukunftsfähiges Netzwerk zwischen professionellen und ehrenamtlichen Anbietern generationsübergreifender Angebote und Dienstleistungen aufzubauen.
Ein Projektkoordinator soll u.a. in Zusammenarbeit mit einem Moderator die Akteure vor Ort, insbesondere Kommunen, für die Auswirkungen der demographischen Entwicklung sensibilisieren und mit ihnen gemeinsam Lösungsmöglichkeiten zur kreativen Gestaltung erarbeiten.
Regionale Koordinations- und Kontaktstellen sollen die vorhandenen Angebote und Dienstleistungen im Sozial-, Bildungs- und Kulturbereich bündeln und vernetzen sowie neue erforderliche Maßnahmen zur Gestaltung des demographischen Wandels initiieren. Auf diese Weise können Synergieeffekte genutzt und Ressourcen zur Sicherung der Daseinsvorsorge erschlossen werden. Ehrenamtliches Engagement und die Mobilisierung von sozialen Netzwerken und Selbsthilfeorganisationen werden unterstützt.
Mit der Schaffung eines positiven Lebensumfeldes soll Familien, Jugendlichen und jungen Frauen eine Bleibeperspektive im ländlichen Raum gegeben, die Lebensqualität für die ältere Generation erhalten und der soziale Zusammenhalt durch ein Bündnis der Generationen befördert werden. Dazu gehören die Unterstützung und Angebote für junge Familien, Jugendliche, Angebote für Ältere, Angebote für sozial Benachteiligte und spezielle Bildungsangebote für die jeweilige Generation. Die Integration Älterer in das gesellschaftliche Leben wird insbesondere durch einen präventiven Ansatz in der Altenhilfe erreicht. Potentiale der älteren Generation sollen durch Wissenstransfer an die Jüngeren genutzt werden.
Konzeption für den Aufbau effektiver Arbeitsstrukturen
1. Aufbau eines Netzwerkes zwischen professionellen und ehrenamtlichen Anbietern (u.a. Kommunen, kommunalpolitische Gremien, Institutionen, Unternehmen, Verbände, Vereine, die Bürgerschaft im Allgemeinen), generationsübergreifender Angebote und Dienstleistungen
2. Es sollen die konzeptionellen Voraussetzungen für die Etablierung einer Koordinations- und Kontaktstelle als Anlaufpunkt für demografische Fragen im Landkreis Bautzen geschaffen werden.
Aufgabenschwerpunkte
- Unterstützung bei der Initiierung des Kommunikationsprozesses zu Fragen des demografischen Wandel im Landkreis Bautzen
- Sensibilisierung der Menschen im Landkreis für dieses Thema
- Analyse zur Lebenssituation ausgewählter Zielgruppen unter Einbeziehung vorhandener Daten und selbst erhobener Umfrageergebnisse
- Gewinnung und Ansprache geeigneter Kommunikationspartner
- Hilfestellung beim Aufzeigen von Umsetzungsmöglichkeiten in ausgewählten Projekte
Wir wollen nichts dem Zufall überlassen!
Bevölkerungsprognose - Gebietsstand Hoyerswerda - Kamenz - Bautzen
ÜbersichtskarteDie Bevölkerung des Landkreises Bautzen wird bis 2020 voraussichtlich um 13 Prozent zurückgehen. Der Bevölkerungsrückgang liegt damit über dem Sachsenwert von 8,8 Prozent.


