Offene Bürgerforen zu ''Aktiv im Alter'' fanden in Großröhrsdorf und Frankenthal statt
Wünsche loswerden für ein aktiveres Alter und darüber diskutieren, wie das Leben in der Stadt Großröhrsdorf für die älteren Mitbürger in Zukunft gestaltet werden kann, das war Anliegen der Informationsveranstaltung im Rathaus am Dienstagnachmittag (18. Mai 2010). Das Modellprogramm ''Aktiv im Alter'' wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und unterstützt Kommunen dabei, das Leitbild des aktiven Alters stärker zu verankern und in konkretes Handeln umzusetzen. Ziel ist eine innovative kommunale Seniorenpolitik, eine Politik gemeinsam mit den älteren Menschen. Kommunalverwaltungen, Vereine und Verbände, Bürgerinnen und Bürger sollen gemeinsam den Bedarf vor Ort ermitteln und diskutieren. Zusammen sollen dann Projekte entwickelt und umgesetzt werden, in denen ältere Menschen für das Gemeinwesen aktiv sind.
Zu Beginn der Veranstaltung erläuterte die Großröhrsdorfer Bürgermeisterin Kerstin Ternes die Beweggründe der Kommunen in der LEADER-Region Westlausitz, die zur Bewerbung für das Modellprogramm geführt hatten. Bei der Erarbeitung des Integrierten Ländlichen Entwicklungsprogramms (ILE) in der Region Westlausitz war ein Schwerpunkt die demografische Entwicklung. Die Bevölkerungsentwicklung ist nicht dramatisch negativ, aber der Anteil der Älteren steigt. Dabei ist das Bild von einer vorwiegend pflegebedürftigen älteren Generation nicht zutreffend, der überwiegende Teil ist fit und aktiv. Dieses Potenzial zu erkennen, die Lebenserfahrungen und die Kompetenzen für ein funktionierendes Gemeinwesen zu nutzen, soll mit Hilfe des Programms ''Aktiv im Alter'' unterstützt werden.
Ingrid Petzold stellte dann das Programm mit seinen Inhalten und Möglichkeiten vor. Träger des Projektes in der LEADER-Region Westlausitz ist das Christlich-Soziale Bildungswerk Sachsen e.V. (CSB).
Trotz der überschaubaren Runde gab es eine rege Diskussion und auch gleich ein paar konkrete Anregungen. Das Thema Vernetzung der einzelnen bestehenden Angebote wurde sofort angesprochen. Doch wie soll so etwas realisiert werden? Als Lösung wurde ein Seniorenverein vorgeschlagen, der als Ansprechpartner fungiert und Veranstaltung für ältere Menschen organisiert. Dadurch könnte auch der Wunsch nach einer besseren Information zu bestehenden Angeboten und Mitmachmöglichkeiten in der Stadt geregelt werden. Dafür müssten sich allerdings ein bis zwei engagierte Senioren finden, die diesen Verein leiten wollen und sich für die Belange dieser einsetzen.
Gleichfalls war das Interesse an generationsübergreifenden Angeboten sehr groß. So konnten sich die Teilnehmer zum Beispiel sehr gut vorstellen, als Ansprechpartner für Kinder zur Verfügung stehen, wenn es sich gerade um Themen handelt, die die Kinder nicht mit ihren Eltern besprechen wollen.
Die Teilnehmer waren sich einig, dass auf jeden Fall Anregungen aus der interessanten Diskussion mitgenommen werden konnten. Jetzt heißt es, Umsetzungsmöglichkeiten finden.
Die große blaue 1.000-Wünsche-Box wartet nun im Eingangsbereich der Stadtverwaltung auf den Einwurf der dafür vorgesehenen blauen Karten, auf die unkompliziert Anregungen, Wünsche und vielleicht sogar konkrete Mitarbeitsangebote geschrieben werden können. Zum Diskussionsprozess zur Lebensgestaltung mit einer älter werdenden Bevölkerung sind nach wie vor alle aufgerufen, sich einzubringen und Vorschläge zu machen.
Anja Große
Stadtverwaltung Großröhrsdorf
Wünsche loswerden für ein aktiveres Alter und darüber diskutieren, wie das Leben in der Gemeinde in Zukunft gestaltet werden kann, das war Anliegen der Informationsveranstaltung im Gasthaus Röntzsch in Frankenthal am Donnerstag (20. Mai 2010). Das Modellprogramm ''Aktiv im Alter'' wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und unterstützt Kommunen dabei, das Leitbild des aktiven Alters stärker zu verankern und in konkretes Handeln umzusetzen. Ziel ist eine innovative kommunale Seniorenpolitik, eine Politik gemeinsam mit den älteren Menschen. Kommunalverwaltungen, Verbände, Bürgerinnen und Bürger sollen gemeinsam den Bedarf vor Ort ermitteln und diskutieren. Zusammen sollen dann Projekte entwickelt und umgesetzt werden, in denen ältere Menschen für das Gemeinwesen aktiv sind.
Die Gemeinde Frankenthal ist eine der 13 Kommunen in der LEADER-Region Westlausitz. Die Frankenthaler Bürgermeisterin Kerstin Otto erläuterte die Beweggründe der Kommunen, die zur Bewerbung an dem Modellprogramm geführt hatten. Bei der Erarbeitung des Integrierten Ländlichen Entwicklungsprogramms war ein Schwerpunkt die demografische Entwicklung. Die Bevölkerungsentwicklung in Frankenthal zeigt, dass in der Gemeinde eine erfreuliche Zunahme von Geburten zu verzeichnen ist, aber es steigt auch der Anteil der Älteren. Dabei ist das Bild von einer vorwiegend pflegebedürftigen älteren Generation nicht zutreffend, der überwiegende Teil ist fit und aktiv. Dieses Potenzial zu erkennen, die Lebenserfahrungen und die Kompetenzen für ein funktionierendes Gemeinwesen zu nutzen, soll mit Hilfe des Programms ''Aktiv im Alter'' unterstützt werden.
Ingrid Petzold stellte das Programm mit seinen Inhalten und Möglichkeiten vor. Träger des Projektes in der LEADER-Region Westlausitz ist das Christlich-Soziale Bildungswerk Sachsen e.V. (CSB). Unter den fast 40 Senioren gab es anschließend eine rege Diskussion. Auf die ausgeteilten blauen 1.000-Wünsche-Karten konnten Anregungen und Vorschläge geschrieben werden, vieles wurde jedoch gleich beherzt mündlich vorgetragen. So wurde deutlich, dass in Frankenthal die Bezeichnungen ''Familienfreundlichkeit'' und ''Seniorenfreundlichkeit'' keine Fremdworte sind. Bürgermeisterin Kerstin Otto berichte von den diesjährigen Vorhaben in der Gemeinde, die trotz der angespannten Finanzlage zügig umgesetzt werden. Dazu gehört die Investition in die Kindertagesstätte für den Krippenbereich. Die Turnhalle bekommt ein neues Dach. Es gibt einen regen Kontakt der jungen Frankenthaler und der Senioren, zum Beispiel mit dem Kindergartenchor oder die vierteljährlichen Einladungen der Geburtstagsjubilare in die Kindertagesstätte. Ein richtiger Höhepunkt für Alt und Jung war das von der Schule gestaltete Adventsmusical. Sehr positiv ist für die Senioren die in Frankenthal vorhandene Arztpraxis. Günstig wäre auch ein Geldautomat oder eine Filiale eines Geldinstitutes, aber leider ist dieser Wunsch nicht umsetzbar.
Aus der Runde der Senioren wurde dann über die vielen selbst organisierten Veranstaltungen berichtet. Dabei wurde deutlich, dass die Organisatoren dringend Nachfolger brauchen. Wie gelingt es, die Generation 50plus anzusprechen und zu begeistern? So wartet der Kegelclub auf weitere Interessierte, die monatlich einmal ins Bad fahrenden Schwimmerinnen brauchen Verstärkung. Große Zustimmung fand der Wunsch, wieder eine Chorleiterin oder einen Chorleiter zu gewinnen. Dazu signalisierte Kerstin Otto ihre Unterstützung. Diskutiert wurde auch über den eventuellen Bedarf einer Seniorensportgruppe, deren Kurse über eine Krankenkasse als präventives Angebot finanzierbar wären. Weitere konkrete Wünsche waren eine Sitzgelegenheit für die wartenden Fahrgäste an der Schule, die Sanierung des Weges zum ''Gässel'', damit er auch für den Krankenwagen befahrbar ist, und eine Gemeindeschwester, die sich um alte, allein stehende Personen kümmert.
Die Frankenthaler Senioren in ihrem monatlichen Treff werden auch weiterhin aktiv sein. Vielleicht gelingt es mit Unterstützung der Gemeinde, manche der Vorschläge und Anregungen umzusetzen. Auf jeden Fall sind alle Frankenthaler aufgerufen, sich gemeinsam für ein aktives Alter zu engagieren.
Ingrid Petzold

