Sächsisches Landeskuratorium
Ländlicher Raum e.V.

Der demografische Wandel im ländlichen Raum lässt sich gestalten

Saßen bei der Diskussion im Podium: Landrat Bernd Lange, die Demografie-Experten Prof. Dr. Jutta Blin und Prof. Dr. Rainer Winkel sowie Projektkoordinatorin Juliane Habel (von rechts nach links).

Große Resonanz fand die Veranstaltung des Sächsischen Landeskuratoriums Ländlicher Raum e.V. (SLK) zum großen Themenkomplex ''Demografischer Wandel'' am Dienstag (18. Mai 2010) im Bürgerhaus in Niesky. Sie fand im Rahmen des von der Sächsischen Staatskanzlei geförderten Projektes ''Gemeinsam den demografischen Wandel gestalten - Auf- und Ausbau des Netzwerkes und konkreter Handlungsstrategien in den Sozialräumen'' statt. Mehr als 50 Teilnehmer aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Gesellschaft waren der Einladung zur Auftaktveranstaltung im Landkreis Görlitz gefolgt. Sie alle teilen die feste Überzeugung, dass die Chancen und auch Risiken des demografischen Wandels im ländlichen Raum noch stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden müssen. Welche Konsequenzen sich aus dem Rückgang der Bevölkerung ergeben, vor allem welche Lösungen und Rezepte es darauf gibt, darüber entwickelte sich eine kontroverse Diskussion. Der Landrat des Landkreises Görlitz, Bernd Lange, der Oberbürgermeister der Stadt Niesky, Wolfgang Rückert, SLK-Geschäftsführer Peter Neunert und die Demografie-Experten Prof. Dr. Jutta Blin von der Hochschule Zittau/Görlitz und Prof. Dr. Rainer Winkel vom Deutschen Institut für Stadt und Raum e.V. hatten zuvor in ihren Impulsreferaten entsprechende Anregungen gegeben.

Um mit zu helfen und eine nachhaltige Begleitung des demografischen Wandels im ländlichen Raum zu unterstützen, plant das Sächsische Landeskuratorium Ländlicher Raum e.V. über seine Außenstelle in Löbau eine systematische Bestandsaufnahme von Projekten und Initiativen im Landkreis Görlitz. Diese Good Practise-Beispiele sollen Modelle und Lösungen aufzeigen, wie gerade kleinere Gemeinden den demografischen Wandel gestalten können. Ziel ist es, mit einem so genannten Demografie-Coaching-Angebot Gemeinden und auch die Menschen vor Ort noch stärker für die Aspekte des demografischen Wandels zu sensibilisieren, Projekte zu begleiten und den Austausch zu den Fragen, wie wir in Zukunft leben werden, zu initiieren. Im Rahmen des Projektes sollen auch eigene Initiativen angeschoben werden, die das „Leben auf dem Land" noch attraktiver gestalten. Es gilt, das Vereinsleben als Stütze der Gemeinschaft vor Ort zu stärken, Land und Landwirtschaft für Menschen aus der Stadt interessanter zu machen.

Der Landrat des Landkreises Görlitz, Bernd Lange, beendete seine Ausführungen mit einem Plädoyer für den ländlichen Raum. Es müsse ein Umdenken einsetzen. ''Der ländliche Raum braucht die Städte, aber auch die Städte brauchen den ländlichen Raum'', sagte der Landrat und traf damit genau den Punkt.

Interessierte Bürger und Akteure, die Anregungen, Ideen oder Fragen zum Projekt ''Gemeinsam den demografischen Wandel gestalten'' haben, können sich gern mit dem Sächsischen Landeskuratorium Ländlicher Raum e.V. in Verbindung setzen. Als Ansprechpartnerin steht im Landkreis Bautzen Projektkoordinatorin Juliane Habel gern zur Verfügung (Telefon 03 57 96 / 9 71-23, E-Mail: juliane.habel@slk-miltitz.de), im Landkreis Görlitz Projektmitarbeiter Daniel Breutmann (Telefon: 0 35 85 / 44 64 54, E-Mail: daniel.breutmann@slk-miltitz.de).

Dirk Raffe
Öffentlichkeitsarbeit

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