Sächsisches Landeskuratorium
Ländlicher Raum e.V.

Gesund und biblisch

Prof. Dr. Hans Wilhelm Rauwald vom Institut für Pharmazie der Universität Leipzig referierte zum Heilkräuter-Fachsymposium im Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau zum Thema „Marias Reiseapotheke - Pflanzen der Bibel im Blickwinkel aktueller Arzneistoffforschung“.

Im Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau fand gestern (8. Juni 2010) zum siebenten Mal das nun schon traditionelle Fachsymposium zu Heilkräutern statt. Im Mittelpunkt der von der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt unterstützten populärwissenschaftlichen Veranstaltung, in diesem Jahr zum Thema ''(Ge)Würze des Lebens'', standen einheimische und exotische Gewürze, denn die Heilpflanze des Jahres 2010 ist die Gewürznelke.

Das Sächsische Landeskuratorium Ländlicher Raum e.V. (SLK) als Veranstalter freute sich gemeinsam mit den Kooperationspartnern - dem Naturheilkundeverein NHV Theophrastus e.V. und dem Christlich-Sozialen Bildungswerk Sachsen e.V. - darüber, dass wieder namenhafte Experten als Referenten gewonnen werden konnten. Prof. Dr. Hans Wilhelm Rauwald vom Institut für Pharmazie der Universität Leipzig stellte seinen Vortrag unter das Thema ''Marias Reiseapotheke - Pflanzen der Bibel im Blickwinkel aktueller Arzneistoffforschung''. Dabei ging er insbesondere auf die Heilpflanzen, die ebenfalls als wertvolle Gewürze im Morgenland gehandelt wurden, ein. ''Pflanzen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Heilige Schrift, beginnend mit der Schöpfung im ersten Kapitel des ersten Buches der Bibel'', so Prof. Dr. Hans Wilhelm Rauwald. Er unterlegte dies sofort mit einem Zitat aus dem ersten Buch Moses (Genesis 1, 1): ''Dann sprach Gott: Das Land, lasse junges Grün wachsen, alle Arten von Pflanzen die Samen tragen und von Bäumen, die auf der Erde Früchte bringen mit ihren Samen darin. So geschah es...'' ''Dies zieht sich hin bis zum Leiden und Tod Jesu Christi'', so Rauwald weiter. ''Es kam auch Nikodemus, der früher einmal Jesus bei Nacht aufgesucht hatte. Er brachte eine Mischung aus Myrrhe und Aloe, etwa 100 Pfund. Sie nahmen den Leichnam Jesu und umwickelten ihn mit Leinenbinden, zusammen mit wohlriechenden Salben, so wie es beim jüdischen Begräbnis Sitte ist (Lukas 19, 38).'' Prof. Dr. Hans Wilhelm Rauwald, der mit seinen Ergebnissen der modernen Arzneiforschung die Heilkraft biblischer Pflanzen auch bestätigen kann, ging auf wichtige Harze, Duftstoffe und Räucherwerk wie Myrrhe, Mastix und Latanum/Zistrose ein. Er erläuterte sehr kompetent und anschaulich sowohl Inhaltsstoffe, biochemische Wirkweisen und Anwendungsbeispiele in der alten und modernen Medizin. So wirkt das Latanum der Zistrose sowohl antiviral als auch antibakteriell, bei letzterem vorrangig gegen Borrelien.

Zum Heilkräuter-Fachsymposium wurde durch den Naturheilkundeverein NHV Theophrastus erstmals öffentlich bekannt gegeben, dass der Rosmarin (Rosmarinus officinalis) Heilpflanze des Jahres 2011 ist. Rosmarin hat eine große Anwendungsbreite im medizinischen und kosmetischen Bereich. Durch seine natürliche, aktivierende und tonisierende Wirkung ist Rosmarin für eine immer älter werdende Bevölkerung ebenso hilfreich wie auch für jüngere Patienten mit Erschöpfungs- und Ermüdungszeichen. Außerdem wirkt er durchblutungsfördernd und krampflösend, bringt den Kreislauf in Schwung und stärkt Herz und Verdauung. Auch in der Küche ist Rosmarin in der Lage, durch gezielten Einsatz als Gewürz seine wertvollen gesundheitsfördernden und herausragenden aromatischen Eigenschaften zu entfalten.

Dirk Raffe
Öffentlichkeitsarbeit

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