Europäisch denken - regional handeln
Regionale Wirtschaftskreisläufe und regionale Produkte standen im Mittelpunkt einer Veranstaltung, die im Rahmen der Europawoche am Montag (3. Mai 2010) im Rathaus in Kamenz stattfand. Organisiert wurde sie von der Stadt Kamenz, der Kreishandwerkerschaft Bautzen und dem EU-Informationsbüro Europe Direct Ostsachsen des Christlich-Sozialen Bildungswerkes Sachsen e.V. (CSB) gemeinsam mit Aloysius Mikwauschk, Mitglied des Sächsischen Landtages. Knapp 100 Gäste konnten begrüßt werden, unter ihnen der Sächsische Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Frank Kupfer, und der Landrat des Landkreises Bautzen, Michael Harig.
Nach der Begrüßung durch den Oberbürgermeister der Stadt Kamenz, Roland Dantz, gingen Staatsminister Frank Kupfer, Landtagsabgeordneter Aloysius Mikwauschk und Landrat Michael Harig in ihren Statements unter anderem auf die große Bedeutung funktionierender regionaler Wirtschaftskreisläufe und deren positive Auswirkung auf den Arbeitsmarkt ein. Regionale Marken sichern Alleinstellungsmerkmale, regionale Initiativen und Aktionen tragen zur Vermarktung und Absatzförderung bei. Die Stärkung der Regionen Europas ist dabei mit ein wichtiges Ziel. Regionale Wirtschaftskreisläufe und Regionalmarken stehen auch beim bundesweiten Aktionstag ''Tag der Regionen'' im Mittelpunkt. Das Sächsische Landeskuratorium Ländlicher Raum e.V. koordiniert und bündelt seit 2008 mit Unterstützung durch das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft die sächsischen Aktionen und Initiativen zum ''Tag der Regionen''. Staatsminister Frank Kupfer freute sich, während der Veranstaltung SLK- und CSB-Geschäftsführer Peter Neunert offiziell mitteilen zu können, dass dafür in diesem Jahr wieder Fördermittel zur Verfügung stehen.
Wie regionale Kreisläufe funktionieren können, erläuterte Sebastian Klotsche vom Sächsischen Landeskuratorium Ländlicher Raum e.V. am Beispiel der Initiative ''Die Lausitz schmeckt''. Besonderer Höhepunkt des Abends war die ''Vorstellung'' der „Kamenzer Würstchen" als sächsisches Qualitätsprodukt und als eingetragenes Markenzeichen durch Fleischermeister Rudolf Minkwitz. Markus Nitsche hatte die Eintragung der Wort- und Bildmarke ''Kamenzer Würstchen'' rechtlich begleitet. Die geduldige und zähe Arbeit der beteiligten Fleischer (Kamenzer Fleischerverein e.V.) und der Wirtschaftsförderung der Stadt Kamenz, die Unverwechselbarkeit der ''Kamenzer'' rechtlich zu sichern, hat sich gelohnt. Den Kamenzer Fleischermeister Johann Carl Heinrich Mierisch wird dies freuen, ''erfand'' er doch 1859 - also vor über 150 Jahren - die dann nach seiner Heimatstadt benannten Würstchen. Die Lausitz und Europa sind somit wieder um ein Qualitätsprodukt und eine Regionalmarke reicher.
Dirk Raffe
Öffentlichkeitsarbeit

